SIMATIC S7-300 und ET 200M abgekündigt: was jetzt zu tun ist
Siemens hat die Auslaufphase für SIMATIC S7-300 und ET 200M am 1. Oktober 2023 angekündigt und die Typen zum 1. Oktober 2025 abgekündigt. Viele Anlagen laufen damit weiter. Dieser Beitrag fasst die Termine zusammen und beschreibt, wie Sie den Ersatzteilbedarf bis zum Anlagenende sichern.
Die Termine laut Siemens
- 1. Oktober 2023: Ankündigung der Auslaufphase (Produktmitteilung PM400) für SIMATIC S7-300 und die dezentrale Peripherie ET 200M.
- 1. Oktober 2025: Abkündigung der Typen (PM410). Die Artikelnummern sind seitdem nicht mehr im regulären Vertrieb bestellbar.
- Ersatzteilphase: Siemens plant die Ersatzteilversorgung nach eigenen Angaben bis Oktober 2033. Ersatzteile werden über den Siemens-Ersatzteilservice angeboten, nicht über den regulären Katalogvertrieb; Verfügbarkeit und Preis unterscheiden sich je Baugruppe.
Die Termine gelten für die Produktfamilien; einzelne Zubehörartikel können abweichen. Prüfen Sie den Lebenszyklusstatus jeder Artikelnummer im Siemens Industry Mall bzw. SiePortal, bevor Sie eine Ersatzstrategie festlegen.
Was das für laufende Anlagen bedeutet
Eine Abkündigung stoppt keine Anlage. Sie verändert drei Dinge: Neuteile kommen nur noch aus Restbeständen, Reparaturen und Ersatzteile laufen über den Siemens-Service mit eigenen Fristen, und der Nachfolger (SIMATIC S7-1500 mit ET 200SP oder ET 200MP) ist keine Steckalternative, sondern ein Migrationsprojekt mit TIA Portal. Wer die Restlaufzeit der Anlage kennt, rechnet den Bedarf bis dahin und entscheidet, ob Ersatzteilvorrat oder Migration günstiger ist.
Die vier Wege, in dieser Reihenfolge
- Restbestand des Originals. Distributoren und Lager in mehreren Ländern halten S7-300-CPUs (CPU 312 bis 319), Signalbaugruppen (SM 321, 322, 331, 332), Kommunikationsprozessoren und ET 200M-Anschaltungen (IM 153) oft noch Monate bis Jahre. Entscheidend ist der Zustand: originalverpackte Neuware, Lagerware mit Prüfprotokoll oder Gebrauchtware. Wir nennen im Angebot Quelle und Zustand.
- Ersatzteil über Siemens. Innerhalb der Ersatzteilphase bietet Siemens Baugruppen über den Ersatzteilservice zu dessen Konditionen an. Für kritische Positionen lohnt der Vergleich beider Wege.
- Nachfolger S7-1500 und ET 200SP. Siemens nennt die S7-1500 als Nachfolgesystem und für die ET 200M die ET 200MP; für dezentrale Peripherie kommt auch die ET 200SP in Betracht. Umbau, Programmumstellung und Abnahme sind ein Projekt Ihres Integrators; wir liefern die Hardware nach Stückliste.
- Reparatur. Für Baugruppen ohne Restbestand kann eine Instandsetzung des vorhandenen Geräts die Anlage bis zur geplanten Migration tragen.
So sichern Sie den Bedarf
- Teileliste je Anlage erstellen: Artikelnummer mit Ausgabestand, Stückzahl im Einsatz, Kritikalität (steht die Anlage bei Ausfall?).
- Für kritische Nummern eine Reserve beschaffen, solange Restbestand verfügbar ist. Wir prüfen jede Nummer in der Regel innerhalb von zwei Werktagen und nennen Quelle, Zustand, Preis und Lieferzeit.
- Für alle Nummern der Liste einen Abkündigungs-Alarm setzen, damit weitere Abkündigungen (Zubehör, Speicherkarten, Stecker) nicht unbemerkt bleiben.
- Migration mit dem Integrator terminieren, bevor die Ersatzteilphase endet.
Abgekündigte Siemens-Nummern im Katalog
Unser Katalog kennzeichnet abgekündigte Siemens-Artikelnummern und führt sie unter abgekündigte Siemens-Artikelnummern; die Familie 6ES7 umfasst S7-300, S7-1200, S7-1500 und ET 200. Für die Prüfung von Nachfolgern und Alternativen gilt unser Leitfaden Abgekündigte Siemens-Baugruppen: so prüfen Sie Nachfolger.
Stand September 2026. Termine laut Siemens-Produktmitteilungen; verbindlich ist der Lebenszyklusstatus je Artikelnummer im SiePortal. Produktnamen und Marken sind Eigentum der jeweiligen Hersteller. ZWOD ist für Siemens unabhängiger Händler, kein autorisierter Vertragspartner; die technische Freigabe eines Nachfolgers trifft der Betreiber.
